Kontakt zum Leben ist spannend, aber auch riskant. Um diese Risiken zu vermeiden, fliehen wir in Vergangenheit oder Zukunft, das ist ohne Risiko und ohne Verantwortung, verlangt keine Entscheidungen.
Der Gestalttherapeut ermutigt den Klienten zum Kontakt mit der Gegenwart, vor allem in der Beziehung zu ihm, dem Therapeuten. Anders als in der Psychoanalyse ist der Therapeut nicht Spiegel oder Leinwand, sondern präsent mit seiner ganzen Persönlichkeit.
Für den Gestalttherapeuten ist weniger interessant, was die Ursachen der derzeitigen Schwierigkeiten des Klienten sind, er sieht, dass der Klient heute Konflikte hat. Er lädt ihn immer wieder dazu ein, sich seiner Gegenwart zuzuwenden. Was tust Du jetzt? Was fühlst Du jetzt? Was brauchst Du jetzt? Immer wieder fordert der Gestalttherapeut den Klienten auf, seine Stimme, seine Körpersprache, seinen Atem zu beachten.
Der Klient kann sich in Experimenten in Aktion erfahren, Phantasien testen, das Gefühl für sich selbst entwickeln. Sie lehren den Klienten, Abschied zu nehmen von der Rolle als passives Opfer, als Resultat von Bedingungen. Er lernt dabei, für sich selbst Verantwortung als Handelnder zu übernehmen der denkt, was er denkt, der fühlt, was er fühlt und der tut, was er tut.